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Ich übe mich darin den Mund aufzumachen.

  • 30. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. März


Wir Menschen müssen gemeinsam aufstehen, den Blick nach vorne richten, Haltung zeigen und mit viel Mut uns darin üben, den Mund aufzumachen und Verantwortung übernehmen.


Vorsorge ist meiner Ansicht nach immer noch die beste Handlung – besser, als erst dann zu reagieren, wenn es längst zu spät ist. Wenn sich alles aufgestaut hat und das Glas schon überläuft.


Immer nur zu schweigen – um des Friedens willen – ist meiner Ansicht nach nicht der richtige Weg. Natürlich sollten wir abwägen. Nicht alles muss ausgesprochen werden. Es ist klug, kurz innezuhalten und sich zu fragen: Ist mir das jetzt wirklich wichtig? Wenn ja: Sprich es aus. Wenn nein: Lass es los.


Doch wie ich immer wieder beobachte, schweigen wir oft nicht aus tiefer Klugheit heraus, sondern aus Bequemlichkeit. Aus Angst, anzuecken. Aus dem Wunsch, gemocht zu werden. Und dabei verlieren wir uns – Tag für Tag, Stück für Stück. Wir verlieren unsere Stimme.


Aus meiner eigenen Geschichte heraus kann ich sagen: Dieser endlose Trend-Zirkus, dieser Hype um „Gesundheit“, hat mich irgendwann richtig wütend gemacht. Denn wir glauben, er mache uns gesünder – und doch macht er uns oft kränker. Wir jagen einem Ideal hinterher, das kaum jemand erreicht. Und genau hier mache ich heute den Mund auf.


Gesundes, natürliches Essen liebevoll auf einem Holztisch angerichtet – frische Zutaten, warme Farben und ein Moment bewusster Ernährung.

Das beste Essen ist kein Produkt. Es ist natürliche, saisonale und regionale Küche – ohne Schnickschnack, ohne Trends, mit wenigen Zutaten. Egal ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch: entscheidend sind Respekt vor Tierhaltung und Schlachtung.


Und was mich wahnsinnig macht, ist dieser Satz: „Wir müssen alle individuell nach unseren Bedürfnissen essen.“


Das mag funktionieren, wenn wir jeden Tag essen gehen – oder eine Haushaltshilfe haben. Aber allein zu Hause am Herd? Das ist realitätsfern. Vielleicht klappt es noch als Single. Als Paar wird es schon schwierig. Und als Familie ist es schlicht unmöglich – außer wir sind Vollzeit zu Hause und machen den ganzen Tag nichts anderes, als Essen zuzubereiten, das auf alle Bedürfnisse passt. 😉


Der Hype um Wunderpillen, Superfoods und Ersatzprodukte raubt uns eine der schönsten Sachen der Welt: Essen mit allen Sinnen zu genießen. Zudem sollten wir endlich darüber sprechen, dass unser Alltag strukturell längst überladen ist.


Viele von uns scheitern nicht an mangelnder Disziplin, sondern an einem System, das immer mehr Anforderungen stellt, ohne den Rahmen dafür zu verändern. Prävention wird so zur privaten Heldentat. Wer es schafft, gesund zu leben, gilt als vorbildlich. Wer es nicht schafft, fühlt sich schnell schlecht. Das ist kein individuelles Versagen. Das ist ein strukturelles Problem.


Ein präventiver Lebensstil braucht nicht nur Bewusstsein, sondern auch Zeit, Raum und Entlastung. Gesundheit darf kein weiteres To-do auf einer ohnehin übervollen Liste sein. Sie ist das Fundament, auf dem alles andere steht.


Wenn wir wirklich wollen, dass Menschen gesund leben, Verantwortung übernehmen und für sich selbst wie für andere sorgen, dann müssen wir aufhören, so zu tun, als sei das allein eine Frage der Einstellung.


Wir brauchen Strukturen.

Wir brauchen Verbindungen.

Wir brauchen Gemeinschaft.

Wir brauchen einander, um all das möglich zu machen – und nicht nur die individuelle Leistung jedes Einzelnen.


Denn Prävention beginnt nicht erst auf dem Teller, auf der Yogamatte oder im Kopf. Sie beginnt dort, wo eine Gesellschaft entscheidet, wie viel Leben sie zwischen all ihren Anforderungen überhaupt noch zulässt. Und dafür dürfen wir aufstehen und kämpfen.


Auch Arbeitgeber dürfen sich hier angesprochen fühlen. Denn der nächste Obstkorb bedeutet noch lange nicht: „Wir achten auf unsere Mitarbeitenden.“ Das ist oft Gerede ohne Substanz. Die eigentliche Frage lautet: Welche Lösungen gibt es wirklich, die unsere Mitarbeiter nachhaltig unterstützen? Echte Entlastung entsteht dort, wo Alltag leichter wird – nicht dort, wo Symptome kosmetisch überdeckt werden.


Und ja: Manchmal müssen wir auch im Freundeskreis oder in der Familie den Mund aufmachen. Wenn wir sehen, dass Kinder fast nur von Fertigessen, Süßigkeiten und Fast Food leben, dürfen wir nicht schweigen und sagen: „Ist doch jedem seine Sache.“ Wir brauchen Menschen, die mutig sind. Die wissen, was gesunde, natürliche Ernährung bedeutet – und wie man sie zubereitet.


Statt Kinder von einem Termin zum nächsten zu hetzen, nur um „mithalten“ zu können, sollten wir ihnen zeigen, wo unser Essen herkommt, wie viel Arbeit darin steckt und wie man es zubereitet. Genau hier beginnt für mich Reichtum und Intelligenz in ihrer höchsten Form. Denn viele Krankheiten zeigen sich erst im Alter – geformt werden sie ab unserem ersten Atemzug.


Wir haben den Blick für das Wesentliche verloren.


Wir brauchen keinen weiteren Wahnsinn rund um die perfekte Figur. Wir brauchen Zeichen für ein Wohlfühlgewicht. Für einen gesunden Blick auf Ernährung.


Für mich ist Essen immer der erste Schritt – denn ohne gutes Essen können wir unseren Körper nicht so versorgen, dass er uns gut durchs Leben trägt.


Ich hatte selbst eine Phase, in der ich schlecht auf mein Essverhalten geachtet habe. Am Ende hat mich das krank gemacht. Es war nicht der einzige Baustein – aber ein großer. Heute steht Essen für mich an erster Stelle. Noch vor Terminen. Denn niemand bewältigt sein Leben gut, wenn er krank ist. Und ernährungsbedingte Krankheiten tragen wir als Gesellschaft gemeinsam. Wir sitzen immer wieder im selben Boot.


Menschen sitzen im Kreis und halten sich unterstützend an den Händen – ein Symbol für Gemeinschaft, Vertrauen und gegenseitige Stärke.

Auch unsere psychische Gesundheit hängt enger mit Ernährung zusammen, als wir glauben. Wenn wir das noch nicht verstanden haben, ist heute ein guter Tag, damit anzufangen. Geht es unserer Psyche gut, weil wir Freude am Leben haben, können wir gleichzeitig auch Stress besser bewältigen. Wir bleiben handlungsfähig, ohne in ungesunde Muster zu kippen. Lösungen sind oft nicht kompliziert – sondern erstaunlich einfach.


Ich fahre mit dem Mountainbike durch die Berge – Bewegung in der Natur als Ausdruck von Freiheit, Kraft und lebendigem Lebensstil.

Genauso verhält es sich mit Bewegung. Auch hier sollten wir den Mund aufmachen gegen diesen Fitness-Influencer-Hype, der mehr Druck als Gesundheit erzeugt. Bewegung soll Spaß machen. Sinn stiften. Und zu unserem Alltag passen. Wir leiden nicht nur an der Komplexität der Welt, sondern an einem Gesundheitswahn, der uns von uns selbst entfernt.


Natürlich gestalteter Küchen- und Essbereich mit warmem Licht und harmonisch abgestimmten Erdtönen – ein Raum, der Ruhe, Geborgenheit und Lebensqualität ausstrahlt.

Und wenn wir uns dann auch noch in Räumen aufhalten, die voller Schadstoffe sind – Billigmöbel, Lärm, grelles Licht, reine Zweckmäßigkeit –, ohne uns Gedanken darüber zu machen, wie wir leben wollen, dann schließt sich der Kreis: Es ist zu viel und zu schlecht von allem geworden.


Dabei gibt es so viele wundervolle Alternativen. Wenn wir Menschen unterstützen, die ehrlich arbeiten und mit Herzblut gestalten, schaffen wir mit unserem Konsumverhalten eine andere Welt – vielleicht sogar eine bessere Wirtschaft. Ich bin keine Wirtschaftsexpertin. Aber ich sehe: So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Wir beuten unsere Erde und uns selbst aus.


Nachhaltigkeit ruht auf drei Säulen: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wenn wir diese nicht in Einklang bringen, brauchen wir uns mit diesem Wort nicht zu schmücken. Wir Menschen haben unglaublich viel Macht – und sehen sie oft nicht. Wir jagen „schneller, höher, weiter“, bis das Kartenhaus zusammenfällt. Wir brauchen ehrliche Arbeit, mehr Gleichheit, mehr Bewusstsein für das, was wir gemeinsam bewegen können.


Ich hatte in jungen Jahren einen völligen Zusammenbruch: über 60 Stunden Arbeit, ein freier Tag pro Woche, 15 Urlaubstage, familiäre Belastungen, schlechte Ernährung, viel Alkohol, keine Bewegung. Ich wachte im Krankenhaus auf. 2014 begann ich, meinen Lebensstil Schritt für Schritt zu verändern. Heute kann ich sagen: Jede Anstrengung, jeder Verlust war es wert. Ich bin fein mit mir – und lerne bis heute.


Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit, Stresskompetenz und natürliche Raumgestaltung – all das gehört zusammen und definiert einen präventiven Lebensstil. Das ist mein Weg, heute den Mund aufzumachen.


In den nächsten Artikeln nehme ich euch mit und zeige euch, wie ihr das im Alltag umsetzen könnt. Freut euch darauf. Seid dabei.


Denn wir brauchen diese Lebendigkeit zurück. Und sie hat viele Gesichter. Lasst sie uns entdecken.


In den nächsten Wochen beginnen wir gemeinsam eine kleine Reise. Ich nehme euch mit und zeige euch, wie ihr all das, was wir als stabiles Fundament brauchen, in euren Lebens- und Arbeitsalltag integrieren könnt – so, dass es machbar bleibt und nicht wieder im Überforderungsmodus endet.


Anstrengung ja – aber nicht um jeden Preis.


Bye,eure Michaela 🌷






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