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Verunsicherung in der Raumgestaltung – und warum sie eigentlich ein gutes Zeichen ist.

  • 26. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit
Fenster mit Weinrebe im Außenbereich, das Licht und Natur in den Raum bringt und eine stille, reflektierende Stimmung erzeugt

Ich betrete einen Raum – und noch bevor ich irgendetwas analysiere, ist da dieses Gefühl: stimmig. Oder eben nicht.


Das hat nichts mit Geschmack zu tun. Und auch nicht mit „schön eingerichtet“. Räume wirken einfach immer. Über Luft, Materialien, Licht, Temperatur, Akustik. Über Dinge, die wir nicht bewusst wahrnehmen – aber sofort spüren. Viele von uns verbringen mehr als 80% ihrer Zeit in Innenräumen - und genau diese Räume beeinflussen unser Wohlbefinden stärker, als uns oft bewusst ist.


Und genau hier beginnt etwas, das wir oft unterschätzen: unsere Vorstellung davon, wie Räume überhaupt sein können.


Mehr zu den Themen: Raumluft, Umwelt, Gesundheit findest du beim Umweltbundesamt.


Die Umweltaktivistin Joanna Macy bringt es auf den Punkt „Aus der Krise kann eine neue Welt entstehen, die nicht unserem Verstand entspringt, sondern unseren Träumen.“ Denn wir können nur das gestalten, was wir innerlich zulassen. Räume entstehen zuerst im Kopf – lange bevor wir sie verändern. Dieser Gedanke hat meine Sicht auf Gestaltung stark geprägt.


Vielleicht kennst du diesen Moment: Du sitzt zu Hause, schaust dich um – und merkst: Eigentlich fühlt es sich hier gar nicht mehr richtig an. Und genau da beginnt Veränderung. Nicht mit einer perfekten Idee, sondern mit einer einfachen Frage:


„Was stört mich hier gerade – ohne es schönzureden?“


Oft sind es Dinge, die einfach da sind – aber längst keine Funktion mehr haben. Die nur noch Raum einnehmen, statt dir etwas zu geben.


Verändere genau diese eine Sache, die dich stört - entferne sie, gib sie weg. Und beobachte, was passiert. So beginnt Gestaltung.


Und genau so können wir auch in unserer Arbeits- und Lernwelt vorgehen. Denn oft sind es gerade diese kleinen Veränderungen, die eine spürbare Wirkung haben – lange bevor es um große Raumkonzepte geht.


Ruhiger Platz am Fenster, der eine Pause im Alltag und einen Moment des Innehaltens symbolisiert

Der Moment, in dem wir stehen bleiben

Unsicherheit entsteht selten im Raum selbst. Sondern in dem Moment, in dem wir merken: So wie es ist, passt es eigentlich nicht mehr. Und genau dann beginnt leider das Zögern. Nicht, weil wir es nicht sehen. Sondern weil wir auf einmal zu viel sehen.


Zu viele Möglichkeiten. Zu viele Ideen. Zu viele Entscheidungen auf einmal.


Und dann lassen wir alles, wie es ist. Zuhause bleibt die eine Ecke unverändert. Im Arbeitsumfeld wird ein Raum weiter genutzt, obwohl alle merken, dass er nicht unterstützt, was eigentlich gebraucht wird.


Dabei ist genau das der Punkt: Räume, die nicht passen, bremsen uns - leise, aber konstant, jeden Tag.


Ruhiger japanischer Garten mit klarer Struktur, der zeigt, wie Umgebung Fokus und innere Ruhe beeinflusst

Variante 4 – reduzierter

Japanischer Garten mit Kiesflächen und Steinen, klare und ruhige Atmosphäre

👉 Meine Empfehlung: Variante 2 oder 3
Die verbinden das Bild direkt mit deiner Aussage über Wirkung und Konzentration.

Wenn du willst, können wir beim letzten Bild (dein Abschluss) nochmal bewusst einen emotionalen Gegenpol oder Verstärker setzen – das rundet den Artikel richtig stark ab.

Warum unsere Arbeits- und Lernwelt das nicht ignorieren darf

Ein Raum ist nie neutral. Ein schlecht gestalteter Arbeitsplatz erzeugt unterschwelligen Stress, erschwert Konzentration und erhöht Fehler. Dasselbe gilt für Lernräume. Unruhe im Raum wird zu Unruhe im Kopf. Fehlende Struktur erschwert Orientierung und Aufnahme.


Unser System reagiert permanent auf das, was uns umgibt – Licht, Akustik, Materialien, Luft. Genau diese Faktoren bestimmen das Raumklima - und wirken direkt auf unseren Körper, unsere Wahrnehmung und unsere Konzentration. Wenn das nicht zusammenpasst, arbeitet es unbewusst:


Wir sind schneller abgelenkt. Wir brauchen mehr Energie. Wir kommen schwerer zur Ruhe.


Ein stimmiger Raum schafft dagegen genau das, was wir brauchen: Sicherheit. Orientierung. Fokus.


Ich bin viel draußen in der Natur und mir fällt immer wieder das Gleiche auf. Ein Weg in der Natur, wo die Luft klar ist, das Licht natürlich - und sofort wird alles langsamer. Und dann Orte, die laut und unruhig sind, und man merkt, dass man viel weniger bei sich ist. Nicht, weil man es bewusst entscheidet, sondern weil der Körper darauf reagiert.


Genau so wirken auch unsere Räume. Verunsicherung in der Raumgestaltung darf uns nicht blockieren.


Die eigentliche Frage ist also nicht, ob Räume wirken. Sondern ob wir diese Wirkung bewusst gestalten – oder dem Zufall überlassen.


Das Institut für Baubiologie & Ökologie (IBN) lässt uns mehr erfahren, über gesunde Lebensräume und eine lebenswerte Zukunft.


Dass Räume unser Verhalten und unsere Leistung beeinflussen, ist längst gut belegt. Im Buch "Lernräume gestalten - Bildungskontexte vielfältig denken" zeigt Klaus Rummler, wie stark räumliche Umgebung Lernen prägt. Aus Sicht der Wirtschaftspsychologie ist das klar: Räume wirken immer - ob bewusst gestaltet oder nicht.


Ein Buch, das mir dazu besonders im Kopf geblieben ist, ist Joyful von Ingrid Fetell Lee. Es zeigt auf eine sehr zugängliche Weise, wie stark Gestaltung unser Wohlbefinden beeinflusst.


Weißes Haus mit einer blauen Tür im Tageslicht, das einen klaren und einladenden Übergang symbolisiert

Verunsicherung in der Raumgestaltung - vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment.

Ich glaube, wir machen es uns oft zu einfach. Wir sagen: "Das ist halt mein Zuhause." "Das ist halt mein Arbeitsplatz." "So ist das eben." Wir akzeptieren es - Tag für Tag. Nicht, weil wir es nicht merken. Sondern weil wir gelernt haben, es zu ignorieren.


Ich erlebe das ständig: Menschen, die genau wissen, dass etwas nicht passt - aber warten. Auf die richtige Idee. Den perfekten Moment. Die "große Lösung". Die kommt selten.


Was stattdessen passiert: Wir gewöhnen uns an Räume, die uns nicht guttun. An Umgebungen, die uns ausbremsen. Und das hat Konsequenzen - für unsere Energie, Entscheidungen und Leistung.


Ich bin überzeugt, dass wir vieles besser machen können. Die Frage ist nur: Wie lange wollen wir noch darüber nachdenken - statt endlich etwas zu verändern?


Individuell gestaltetes Café mit vielen Details, das eine besondere, authentische Atmosphäre ausstrahlt

Auf meinen Reisen hat mich immer etwas besonders fasziniert

Räume, die eine Seele haben. Nicht perfekt. Aber stimmig. Echt. Lebendig. Es ist diese einfache Schönheit, die aus Qualität und Gestaltung mit Herz entsteht. Mich faszinieren keine perfekten Räume. Sondern die, die sich echt anfühlen. Und genau das beginnt nicht im Raum, sondern bei uns.


Die Frage ist nicht, ob du es siehst. Sondern, ob du etwas daraus machst. Wir Menschen sind fühlende Wesen. Eine Maschine ist das nicht - und genau darin liegt der große Unterschied für unsere Raumgestaltung in der Zukunft.


Das war der letzte Artikel in meiner Reihe "Verunsicherung". Als Nächstes geht es um etwas, das allem vorausgeht: wirklich zuhören. Ich bin gespannt, wie weit du gehst.


Bye, eure Michaela


Meine Empfehlungen im Blick

Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest:


  • Das Umweltbundesamt gibt einen fundierten Überblick darüber, wie stark Raumluft und Umwelt unsere Gesundheit beeinflussen.

  • Die Baubiologie zeigt, wie wir Räume bewusst und gesund gestalten können.

  • Auch aus Forschung und Psychologie ist klar: Räume wirken immer – auf unser Verhalten, unsere Konzentration und unser Wohlbefinden.

  • Bücher wie Lernräume gestalten von Klaus Rummler oder Joyful von Ingrid Fetell Lee geben dazu unterschiedliche, aber sehr zugängliche Einblicke.

  • Und ein Gedanke, der dabei immer wieder mitschwingt: Wir können nur das gestalten, was wir innerlich zulassen.








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