Verunsicherung als Anfang: Wie daraus psychische Stärke und echte Stresskompetenz entstehen.
- vor 4 Tagen
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Verunsicherung gehört zu unserem Leben dazu. Egal, was wir tun. Egal, wohin wir gehen. Sobald wir unser gewohntes Umfeld verlassen, ist sie da.
Mal leise. Mal überwältigend.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, den wir lange nicht verstehen wollen: Verunsicherung verschwindet nicht, wenn wir glauben, alles im Griff zu haben. Sie beginnt genau dort, wo wir anfangen, unser Leben wirklich zu leben.
Und wirklich zu leben heißt: Fehler zu machen. Herausforderungen anzunehmen.
Und Lebensfreude bewusst zu wählen – auch dann, wenn es nicht leicht ist.
Wir dürfen nie vergessen: Jeder Tag ist ein Geschenk. Auch wenn wir oft so tun, als hätten wir unendlich Zeit.
Ein Buch, das mich in diesem Denken geprägt hat, ist Lebensfreude. Es zeigt, dass wir nicht auf Sicherheit warten müssen, um ein gutes Leben zu führen.

Wenn wir uns in der Vergangenheit verlieren
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich sehr verunsichert. Ich habe mich intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigt.
Ich wollte verstehen. Aufarbeiten. Einordnen.
Was ich nicht erwartet habe: Je tiefer ich gegraben habe, desto mehr habe ich mich verloren. Und genau da wurde mir klar: Die Vergangenheit gehört zu uns – aber sie darf uns nicht festhalten.
Im Alltag heißt das:
Hinschauen. Aber auch wieder nach vorne gehen.
Nicht jeden Gedanken zu Ende denken.
Nicht jede Emotion endlos analysieren.
Auch im Arbeitsumfeld zeigt sich das: Nicht alles, was früher funktioniert hat, trägt uns in die Zukunft.
Es braucht den Mut, neue Wege zu gehen. Und Organisationen, die Verantwortung übernehmen, Ressourcen schützen und wirklich nachhaltig handeln.
Wenn wir uns nur mit dem beschäftigen, was war und was fehlt, ziehen wir uns selbst immer weiter runter. Und genau das zeigt sich auch im Alltag: Wenn wir Privates mit in die Arbeit nehmen – und Berufliches nicht mehr loslassen können. Alles vermischt sich und beeinflusst unser Denken und Handeln, in jedem Lebensbereich.
Wer tiefer eintauchen möchte: Jetzt – Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle. Ein Kurs, der zeigt, dass Zeit nichts anderes als eine Illusion ist und wir nur dann wahre Erfüllung finden, wenn wir uns mit dem Jetzt verbinden. Das Buch dazu findest du hier.

Was passiert, wenn wir wirklich ehrlich werden
Ich habe mir nach dem Lesen von einem Buch einmal die Frage gestellt: Was würde sich verändern, wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte? Und ich habe versucht, genau danach zu leben.
Was ist passiert? Ich wurde ehrlicher – zu mir selbst und zu anderen.
Im Alltag bedeutet das:
Dinge auszusprechen, die ich sonst runterschlucke
Entscheidungen nicht mehr aufzuschieben
mich weniger anzupassen, nur um dazuzugehören
Ja, das ist unbequem. Und manchmal auch einsam. Aber genau darin liegt eine Form von Freiheit.
Für mich war das eine der prägendsten Erfahrungen – und sie hat viele meiner Entscheidungen beeinflusst. Ein Buch, das diese Klarheit auf eine sehr direkte Weise unterstützt, ist Am Arsch vorbei geht auch ein Weg von Alexandra Reinwarth.
Übertragen auf die Arbeitswelt: Was würden wir tun, wenn wir nur ein Jahr hätten, um wirklich etwas zu verändern?
Welche Entscheidungen würden wir nicht länger vertagen?
Wovon würden wir uns trennen?
Und worauf würden wir den Fokus legen?
Ein bewusster Reset – nicht zurück, sondern nach vorne. Und der Mut, die Unsicherheit nicht als Risiko zu sehen, sondern als Voraussetzung für Entwicklung.

Wie ich gelernt habe, mein Leben bewusst zu gestalten
Ich habe schon früh angefangen, aus Dingen etwas Besonderes zu machen.
Ich mochte es immer, mich mit schönen Dingen zu umgeben.
Mit Menschen, die mir guttun.
Mit Momenten, die sich wirklich nach Leben anfühlen.
Ich habe zum Beispiel mein Geld für Kleidung ein ganzes Jahr zur Seite gelegt und bin dann nach Italien gefahren. Das war nie einfach nur Shopping.
Das war bewusst gestaltete Zeit:
Gutes Essen. Ein Glas Wein. Und echte Lebensfreude.
Und genau das ist der Punkt:
Wir müssen nicht auf besondere Momente warten. Wir können sie uns im Alltag selbst schaffen.
Ganz konkret:
Zeiten blocken, die nur uns gehören
Qualität über Quantität stellen
Weniger konsumieren, bewusster wählen
Dinge tun, die dich wirklich nähren
Wenn wir so leben, verändert sich unser Umgang mit Unsicherheit. Und genau daraus entsteht psychische Stabilität. Im Privaten genauso wie im Beruf.
Denn wie wir leben, strahlt nach außen. In unsere Beziehungen. In unsere Arbeit. In unsere Entscheidungen. Und es hinterlässt Spuren – immer. Auch wenn wir oft glauben, dass es niemand bemerkt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall:
Erlebte Tage, die sich wirklich nach Leben anfühlen – egal unter welchen Umständen –lassen uns strahlen. Für uns selbst. Und für andere.
Denn diese Art von Energie wirkt und sie ist ansteckend. Die Frage ist nur: Welche Spuren willst du hinterlassen?

Was wirklich zählt
Ich habe früh gelernt, wie kostbar Zeit ist – und dass wir immer eine Wahl haben. Auch dann, wenn sie nicht so ausfällt, wie wir es gerne hätten.
Ich mag das einfache Leben. Ich liebe es, mich mit Dingen zu umgeben, die mir wirklich guttun. Für mich ist das Freiheit. Und genau das gibt mir innere Stabilität – gerade in unsicheren Zeiten.
Diese Haltung habe ich immer auch in mein berufliches Umfeld getragen. Für mich war Atmosphäre nie ein „Nice-to-have“, sondern entscheidend. Denn genau diese Positivität trägt uns – gerade dann, wenn es schwierig wird. Sie hält uns handlungsfähig, bewahrt uns vor starren Mustern und lässt uns ein Stück Leichtigkeit behalten.
Nach außen wirkt das oft mühelos. Aber das ist es nicht. Dahinter steckt Disziplin. Und die bewusste Entscheidung, präsent zu bleiben – auch dann, wenn es schwer ist.
Genau das hat mich weitergebracht.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Kunst: so zu leben – und so zu arbeiten.

Dein Weg wird nicht der der anderen sein
Wir starten nicht alle unter den gleichen Voraussetzungen. Und wir haben nicht die gleichen Möglichkeiten. Das ist Realität – ohne Schönreden.
Gerade deshalb ist Vergleichen so gefährlich. Ganz gleich, ob im privaten oder beruflichen Leben – es verzerrt unseren Blick auf das, was wir wirklich brauchen.
Wir können uns inspirieren lassen. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, was bei uns selbst möglich ist.
Im Alltag heißt das:
Weniger scrollen, mehr machen
Weniger vergleichen, mehr ausprobieren
Weniger bewerten, mehr erleben
Dein Weg entsteht genau daraus – und er wird anders sein. Leichtigkeit entsteht nicht, weil alles einfach ist, sondern weil du bei dir bleibst.
Im Arbeitsalltag bedeutet das:
Weniger diskutieren, mehr entscheiden
Weniger absichern, mehr Verantwortung übernehmen
Weniger analysieren, mehr umsetzen
Nicht der Blick auf andere schafft Orientierung, sondern die Klarheit über sich selbst. Wer sind wir? Was brauchen unsere Menschen wirklich? Und was ist für uns möglich?

Die stille Überfoderung unserer Zeit
Wir leben in einer Zeit, in der uns permanent gesagt wird, wie wir leben sollen. Und gleichzeitig bewerten wir uns gegenseitig.
Ich sehe das besonders im Mama-Sein:
Die eine geht arbeiten.
Die andere bleibt zu Hause.
Die eine gibt ihr Kind in Betreuung.
Die andere nicht.
Und alles wird kommentiert.
Das Problem: Es macht uns unsicher. Und genau das zeigt sich auch im Job:
Menschen passen sich an. Halten sich zurück. Treffen keine klaren Entscheidungen.
Aus Angst vor Bewertung. Und Unternehmen verlieren genau dadurch das, was sie brauchen:
Klarheit.
Mut.
Verantwortung.
Das ist unsere gemeinsame Zukunft. Und wenn ich an meinen Sohn denke, wünsche ich mir, dass er mit Klarheit, Mut und einem tiefen Gefühl von Verantwortung eine Arbeitswelt mitgestalten darf, die menschlicher ist.

Weniger Norm. Mehr Leben.
In Normen.
In Erwartungen.
In Systeme.
Aber unser echtes Leben passt da oft nicht rein. Wenn wir unsere Lebensfreude behalten wollen, müssen wir aufhören, unser Leben zu überladen.
Mit Dingen, die wir nicht brauchen.
Mit Gedanken, die uns klein halten.
Mit Erwartungen, die gar nicht unsere sind.
Stattdessen braucht es wieder mehr Klarheit: Was tut mir wirklich gut? Was nicht?
Und den Mut, konsequent danach zu handeln. Und ja – das gilt auch für unsere Arbeitswelt: Wo Menschen Verantwortung übernehmen, braucht es weniger Kontrolle. Weniger Bürokratie. Veränderung beginnt bei uns selbst.
Denn wir tragen alle ein Stück dazu bei, wenn wir unsere Unsicherheiten weiter vor uns hertragen, anstatt Verantwortung zu übernehmen – auch für Fehler. Genau das ist der Unterschied.

Herausforderung - ja bitte
Am Ende geht es nicht darum, alles richtig zu machen. Sondern darum, Herausforderungen anzunehmen.
Im Alltag heißt das:
Gespräche führen, die wir sonst vermeiden
Entscheidungen treffen, obwohl wir uns unsicher fühlen
Dinge ausprobieren, ohne Garantie, dass sie funktionieren
Das fühlt sich nicht immer gut an. Aber genau darin liegt etwas Entscheidendes.
Für uns als Menschen bedeutet es:
Innere Freude.
Echte Zufriedenheit.
Und ein Gefühl von: Selbstbestimmung
Und für Organisationen:
mehr Klarheit in Entscheidungen
mehr Bewegung statt Stillstand
und eine Kultur, die Entwicklung überhaupt erst möglich macht

Verunsicherung wird bleiben - und vielleicht ist genau das der Punkt
Verunsicherung wird bleiben. Aber sie muss uns nicht mehr ausbremsen. Wenn wir lernen, bei uns zu bleiben, unsere eigenen Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen, entsteht etwas, das wir heute mehr denn je brauchen:
Psychische Stabilität.
Stresskompetenz.
Und echte Lebensfreude.
Für uns als Menschen. Und für die Art, wie wir arbeiten und zusammenleben.
Und vielleicht zeigt sich genau darin der nächste Schritt: Wie sehr die Räume, in denen wir leben und arbeiten, beeinflussen, wie wir mit Verunsicherung umgehen. Darum geht es im letzten Teil meiner Serie „Verunsicherung“.
Bye, eure Michaela

Lebensfreude - ein Buch das uns daran erinnert, dass wir nicht auf Sicherheit warten müssen, um ein gutes Leben zu führen.
Am Arsch vorbei geht auch ein Weg (Alexandra Reinwarth) - ein Buch für mehr Klarheit und den Mut, Dinge loszulassen.
Jetzt – Die Kraft der Gegenwart (Eckhart Tolle) - dieser Kurs zeigt, warum echte Erfüllung nur im Hier und Jetzt entsteht. Das Buch dazu findest du hier.




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