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Verunsicherung steht am Anfang von Bewegung - und vielleicht von etwas viel Größerem.

  • 10. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit
Menschen tanzen und kommen in Bewegung, während eine neue Energie entsteht – ein Sinnbild für Veränderung und den Umgang mit Verunsicherung

In Madrid feiern die Menschen schon um 11 Uhr vormittags im Club. Keine Drinks, kein Absturz – dafür richtig gute Musik, Bewegung, Energie.


Und danach? Gehen sie ganz normal arbeiten.


Ganz ehrlich – was für ein genialer Start in den Tag. Da ist Stimmung da. Da ist Leben da.


Die Idee dahinter ist gar nicht so neu – sie zeigt sich auch in Konzepten wie den John Reed Fitness Clubs. Dort geht es nicht nur um Training. Sondern um ein Erlebnis.

Musik, Raum, Licht, Atmosphäre – alles spielt zusammen. Bewegung wird dort fast zur Inszenierung. Zu etwas, das man fühlen will, nicht nur „erledigen“.


Bewegungsraum mit Yogamatten, viel Grün und natürlichem Licht als Beispiel für das Potenzial moderner Arbeits- und Privaträume

Und genau da liegt ein riesiges Potenzial – wie könnte das aussehen?


Warum denken wir Bewegung so oft nur funktional? Warum nicht emotional? Sozial? Inspirierend?


Warum gibt es keine morgendlichen Bewegungsräume in Unternehmen oder Institutionen? Keine Orte, an denen man gemeinsam in den Tag startet – nicht mit Kaffee am Schreibtisch, sondern mit Energie im Körper?


Stell dir einen Raum vor: warmes Licht, das langsam heller wird. Natürliche Materialien. Pflanzen. Luft. Leise Musik, die sich steigert. Kein Programm. Kein Zwang. Menschen kommen an, bewegen sich, wie es sich für sie richtig anfühlt. Ein kurzes Stretching. Ein paar Schritte. Vielleicht Tanzen. Und dann gehen sie arbeiten – klarer, wacher, mehr bei sich. Genau hier verändert sich etwas.


Und im Privaten?


Verabreden wir uns wieder öfter, um einfach Spaß zu haben – zu tanzen, uns zu bewegen, Neues auszuprobieren. Ohne Plan. Einfach, weil wir Lust darauf haben.


Ein Raum voller Bewegung – Menschen tanzen und lassen Unsicherheit Schritt für Schritt hinter sich

Genau hier beginnt Verunsicherung

Immer dann, wenn etwas neu ist, wenn es nicht in unser gewohntes Bild passt, kommt sie sofort hoch: die Verunsicherung.


Dieses Gefühl von: „Macht man das so?“ „Ist das nicht irgendwie komisch?“ Aber vielleicht ist genau das der Moment,in dem Veränderung überhaupt erst möglich wird.


Menschen bewegen sich frei und bewusst im Raum – natürliche, ungezwungene Bewegung im Sinne der Movement Culture

Movement Culture – wir stehen eigentlich erst am Anfang

Wenn ich mir anschaue, wie sich Bewegung gerade verändert, wird eines schnell klar: Es geht längst nicht mehr nur um Fitness. Es geht um eine neue Beziehung zum eigenen Körper.


Die sogenannte „Movement Culture“ beschreibt genau das: eine neue Art, den eigenen Körper zu verstehen. Nicht als Maschine, die funktionieren muss. Sondern als etwas, das sich entwickeln darf. Als etwas, das lernen kann. Als etwas, das erlebt werden will.


Der Körper wird dabei nicht isoliert trainiert, sondern im Zusammenspiel verstanden –mit Beweglichkeit, Koordination, Balance, Kraft und Wahrnehmung. Und das Entscheidende: Es geht nicht um Perfektion. Sondern um Erfahrung.


Wenn dich das interessiert, schau dir die Arbeit von Erwan Le Corre an - Natural Movement an – dieses Buch bringt genau diese Haltung sehr klar auf den Punkt.


Fahrendes Fahrrad im Alltag – ein Sinnbild dafür, dass Bewegung natürlicher Teil unseres täglichen Lebens ist

Bewegung ist keine Freizeitbeschäftigung – sie ist Teil von allem

Was wir oft noch trennen wollen, wächst längst zusammen.


Arbeit.

Alltag.

Freizeit.

Bewegung.


Diese Grenzen verschwimmen. Nicht nur gefühlt – sondern auch gesellschaftlich. Die Arbeitswelt verändert sich, wird flexibler, durchlässiger, menschlicher. Und genau da entsteht eine große Chance: Bewegung muss nicht mehr „extra“ stattfinden. Sie darf Teil unseres Tages werden.


Ein Spaziergang zwischen Meetings. Ein kurzes Durchatmen draußen. Ein paar Minuten Bewegung, bevor der Kopf wieder leisten muss. Nicht als Unterbrechung. Sondern als Teil des Ganzen.


Wenn du sehen willst, was möglich ist, wenn Körperbewusstsein, Fokus und Vertrauen zusammenspielen, schau dir Free Solo  an. Nicht, um es nachzumachen – sondern um zu verstehen, was in uns steckt.


Menschen spielen ausgelassen Fußball am Strand – Bewegung, die verbindet und das eigene Körpergefühl wieder spürbar macht

Wir haben verlernt, unseren Körper mitzudenken

Viele von uns funktionieren. Aber sie spüren sich nicht mehr richtig. Und genau das ist das eigentliche Problem. Movement Culture bringt etwas zurück, das wir ein Stück weit verloren haben:


Körperbewusstsein.


Die Fähigkeit, wahrzunehmen: Was tut mir gut? Was fühlt sich richtig an? Nicht, weil es irgendwo steht. Sondern weil ich es spüre.


Wenn dich diese Verbindung interessiert, schau dir die Dokumentation Heal an – sie zeigt sehr klar, wie eng Körper und innerer Zustand zusammenhängen.


Ich stehe auf einem 5000er in den Bergen – ein Moment des Erlebens, fern von Leistungsdruck und ganz bei mir

Weg vom „richtig“ – hin zum Erleben

Wir sind so stark darauf geprägt, Bewegung zu bewerten.


Schneller.

Besser.

Effizienter.


Aber das hat seinen Preis. Denn wenn wir uns nur daran orientieren, verlieren wir irgendwann das Gefühl dafür, was uns eigentlich guttut.


Bewegung darf auch sein:


Spielen.

Ausprobieren.

Sich treiben lassen.


Ohne Ziel.

Ohne Vergleich.

Ohne Druck.


Ich merke das auch bei mir selbst. Ich war lange jemand, der von einem Extrem ins nächste gegangen ist. Und ich übe mich bis heute darin, meine eigene Balance zu finden.


Zwei Hände, die sich verbinden – ein Symbol für die neue Verbindung zwischen Privatleben und Arbeit

Privat und Arbeit – die neue Verbindung

Vielleicht ist genau das die größte Veränderung, die gerade passiert: Dass wir aufhören, unser Leben in Bereiche zu trennen.


Hier bin ich „privat“.

Dort bin ich „funktional“.


Sondern dass wir anfangen, uns überall als Mensch mitzunehmen.


Mit unserem Körper.

Mit unserem Gefühl.

Mit unserer Energie.


Das verändert auch unsere Arbeit. Denn jemand, der sich bewegt, der sich spürt, der in Verbindung mit sich ist – arbeitet anders.


Klarer.

Wacher.

Und oft auch kreativer.


Unterwegs auf dem Fahrrad – ein persönlicher Weg zwischen Bewegung, Alltag und innerer Entwicklung

Meine eigene Erfahrung

Ich habe selbst oft genug Dinge ausprobiert, bei denen ich am Anfang unsicher war.

Als ich nach Salzburg gezogen bin, bin ich ein Jahr lang, egal bei welchem Wetter, nur mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Kein Auto, keine Öffis.


Am Anfang dachte ich: „Geht sich das wirklich aus?“ Ja, es geht. Aber es verändert dich.

Du musst dich besser organisieren. Alles dauert ein wenig länger. Und gleichzeitig wirst du aufmerksamer für viele Dinge, die ich vorher gar nicht erst wahrgenommen habe.


Kinder springen ausgelassen auf einem Trampolin – ein Sinnbild für Leichtigkeit, Freude und die Zukunft von Bewegung

Vielleicht ist genau das die Zukunft

Nicht mehr die perfekte Routine. Nicht mehr das eine „richtige“ Training.


Sondern eine neue Beziehung zu Bewegung.


Eine, die sich anpasst.

Die sich verändert.

Die sich nach dir richtet.


Wir dürfen unsere Bewegungswelt weiter machen.


Freier.

Echter.

Vielseitiger.


Und vor allem: Weniger darüber nachdenken, wie es aussehen sollte. Und mehr spüren, wie es sich anfühlt. Denn genau dort beginnt etwas, das langfristig trägt.


Nicht nur im Körper. Sondern im ganzen Leben. Denn am Ende geht es nicht nur um Bewegung. Es geht darum, wie wir mit uns selbst umgehen.


Mit Druck.

Mit Stress.

Mit den Anforderungen, die täglich auf uns einwirken.


Und genau hier wird es spannend: Was passiert, wenn wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unseren Kopf wieder bewusster wahrnehmen? Darüber schreibe ich im nächsten Artikel.


Bye, eure Michaela🍀



Wenn du tiefer in die Gedanken dieses Artikels eintauchen möchtest, habe ich dir hier nochmal alle inspirierende Bücher, Konzepte und Dokumentationen zusammengestellt:


  • Die Idee zeigt sich auch in Konzepten wie den John Reed Fitness Clubs – wo Bewegung zum Erlebnis wird.

  • Die Arbeit von Erwan Le Corre rund um „Natural Movement“ bringt diesen Ansatz auf den Punkt.

  • Free Solo zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Körperbewusstsein, Fokus und Vertrauen zusammenspielen.

  • Und die Dokumentation Heal macht deutlich, wie eng Körper und innerer Zustand miteinander verbunden sind.


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